
Warum wir unsere Badezimmerheizungen einem „Dampftest“ unterziehen
Seien wir ehrlich: Badezimmer sind eine Qual für Elektronikgeräte. Es herrscht dichter Dampf, plötzliche Temperaturschwankungen – und Wasserdampf dringt in jede noch so kleine Spalte ein. Das ist im Grunde die Voraussetzung dafür, dass die Geräte kaputtgehen.
Wir könnten die Heizungen einfach so konstruieren, dass sie den grundlegenden Anforderungen entsprechen – doch das tun wir nicht. Stattdessen unterziehen wir jede Charge solcher Heizungen sogenannten Feuchtigkeits- und Wärmetests. Im Grunde versuchen wir, die Geräte bereits in der Fabrik zu beschädigen, damit sie nicht zu Hause kaputtgehen.
Der Kampf zwischen Dampf und Glas
Das Problem ist folgendes: Infrarotlampen nutzen einen Quarzrohr sowie einen Wolframdraht. In einem trockenen Raum funktionieren sie einwandfrei. Doch in einem feuchten Badezimmer? Die Feuchtigkeit dringt in die Dichtungen ein und haftet am Glas.
Sobald man den Schalter umlegt, verdampft das Wasser sofort. Diese plötzliche Hitze verursacht, dass die Materialien schnell ausdehnen und sich zusammenziehen. Dadurch entsteht enormer Druck auf die Stelle, an der das Glas auf das Metall trifft. Wenn diese Dichtung versagt, dringt Sauerstoff ein, trifft auf den Wolframdraht – und voilà: Die Lampe funktioniert nicht mehr.
Warum wir die Lampen „alt machen“
Wir wollen nicht, dass Sie nach drei Wochen feststellen müssen, dass Ihre Lampe defekt ist. Deshalb unterziehen wir sie längeren Zeitperioden lang hohen Temperaturen sowie hoher Feuchtigkeit. Wir suchen nach Fehlern, die durch kleine Mängel bei der Herstellung entstehen. Wir prüfen außerdem, ob Feuchtigkeit in die Verbindungen eindringt oder ob die Kontakte anfangen zu rosten.
Eine Lampe mag bei einem schnellen Test gut aussehen – doch der Dampf zeigt die Wahrheit.
Die Suche nach dem idealen Gleichgewicht
Es klingt einfach: Man muss die Dichtung nur enger machen, oder? Nicht ganz. Wenn die Dichtung zu steif ist, kann das Quarzrohr beim Erhitzen nicht atmen – dadurch kann es Risse bekommen. Es handelt sich dabei um ein Gleichgewichtsproblem. Wir verwenden spezielle Klebstoffe, um die Feuchtigkeit fernzuhalten, ohne dem Glas zu viel Druck zuzufügen.
Aber hier ist das Problem: Egal, wie oft wir die Lampen testen – die Luftzirkulation spielt immer noch eine Rolle. Wenn die Lampe nicht richtig belüftet wird, sammelt sich Wärme an der Basis der Lampe – und die Lampe geht trotzdem kaputt. Selbst die am besten getesteten Lampen können ohne ausreichende Belüftung nicht überleben.